Sonnenblumen

Alte Bäume.
Stiller Weg.
Efeu krallt sich an den Engel.

Frische Erde,
aufgekratzt.
Blüten grüßen, gelb und schwer.

Strahlenkränze.
Augen dunkel.

Spuren im Herbst

Else war eine schüchterne Frau, die selten den Mund aufmachte, es sei denn, sie wäre hungrig. Ihr silbergraues Haar war akkurat gescheitelt. Sanfte, nussbraune Augen dominierten ihr Gesicht. Über der Nasenwurzel zeigten sich seit kurzem tiefe, senkrecht stehende Kerben, die so gar nicht zu Else passen wollten. Besonders deutlich wurden diese Kerben, wenn sie an ihren Paul dachte. „Spuren im Herbst“ weiterlesen

Das Eutin-Buch

Der Roman „Träume und späte Wahrheiten“ spielt nicht nur in Eutin und Umgebung. Er zeigt neben der eigentlichen Handlung auch die charakteristischen Bereiche dieser schönen Stadt.

Einige Leser erklärten, sie hätten das Buch nur gelesen, weil sie sich für die Rosenstadt Eutin interessieren. Andere ließen sich in die verwickelte Familiengeschichte von Lara hineinziehen. Schreiben Sie mir gern, wie Sie das sehen. Auf facebook finden Sie mich unter „schreiblustig“.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Die Unsichtbaren

Die Vorhänge waren nicht vollständig geschlossen. Die Sonne bekam die Chance, einen breiten, warmen Strahl in das Zimmer zu werfen. Marie räkelte sich unter ihrer Daunendecke und blinzelte. Nach einem Blick auf den Wecker grummelte sie etwas Unverständliches und versteckte ihr Gesicht unter dem schützenden Schatten des Daunengebirges. Es war Samstag, es war viel zu früh, um aufzustehen, und sie hatte Geburtstag! „Die Unsichtbaren“ weiterlesen

Wundervolle Geschenke

Ob nun Mumps oder Masern, Röteln oder Windpocken, irgendeine Kinderkrankheit hatten meine Schwester und ich eigentlich fast immer an Weihnachten. So lagen wir denn mit vor Fieber glasigen Augen gemeinsam auf dem Sofa, jede auf einer Seite, und ein großes Federbett war über uns ausgebreitet. „Wundervolle Geschenke“ weiterlesen

Danke Oma!

Als wir Kinder waren, gab es für meine Schwestern und mich nichts schöneres, als die Tage, an denen Oma zu Besuch kam. Das passierte so zwei bis dreimal im Jahr. Wir hockten alle drei am Fenster, um nach ihr Ausschau zu halten. Meistens kam sie mit dem Taxi vom Bahnhof. „Danke Oma!“ weiterlesen

Meine schwarze Muse

Sie heißt Erika Naumann und ich liebe sie. Schon immer. Sie war da, seitdem ich denken kann. Das erste Mal sah ich sie bei meinem Vater im Wohnzimmer. Und schon da war sie alt, sehr alt. Aber sie sah spannend aus. Ich liebe sie, mit all ihren Geheimnissen, die sie niemals preisgeben wird. „Meine schwarze Muse“ weiterlesen

Schweinerei

Die Wildschweinherde zog jeden Abend am Hof des Bauern vorbei, der seine Hausschweine auf einer kleinen Wiese hielt. Eines Tages stand das Zauntor einen Spalt offen. Ein junger Wildschweineber schlüpfte hindurch und näherte sich zögernd einer jungen Hausschweinsau. Er hatte sie jeden Tag beobachtet, sich aber nicht getraut, sie anzusprechen. Sie tat ihm Leid, weil sie kaum Borsten hatte und aussah, als würde sie ständig frieren. „Schweinerei“ weiterlesen